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Super League, Saison 15/16, 18.07.2015

 

FC Luzern - FC Sion

2:2

Luzern, Arena (10.116 Zuschauer)

 

Luzern liegt in der Zentralschweiz, wobei der Schweizer diese Region auch gerne als Innerschweiz bezeichnet. Luzern ist daneben auch die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons und weiß durch seine schöne Lage direkt am Vierwaldstättersee zu gefallen. Daneben ist das noch eine außerordentliche Stadt und das fängt schon am Bahnhofsvorplatz an, wo man fast in den See fällt, allerdings halten einen die ca. Millionen Chinesen davon, die mit ihren Fotoapparaten und vollgestopften Einkaufstüten überall einem den Weg versperren. Das gilt für die Altstadt im Allgemeinen, für die Kapellbrücke (Wahrzeichen der Stadt) im Besonderen. Drei Stunden schlichen wir die Gassen, ehe wir den gut halbstündigen Fußmarsch in Richtung Stadion anzutreten.  Die neue Arena wurde quasi auf das Areal des alten Stadions (Allmend) errichtet.  Tja, der Charme fehlt irgendwie, wenn gleich es ein paar markante bauliche Besonderheiten (z. B. der verglaste VIP-Bereich) gibt. Nur zum Fußballgucken reicht es aber allemal. Der FC Luzern wurde schon im Jahre 1901 aus der Taufe gehoben und ich würde ihn mal als Fahrstuhlmannschaft beschreiben, da es ob rauf und (fast) ebenso oft runter ging. 1989 feierten sie die bislang einzige Meisterschaft, 2002 den bislang einzige Konkurs. Der Schweizer nennt das Bilanz deponieren. Von Konsequenzen ist dagegen nix bekannt (oder ich weiß nix davon). Damit können wir auch galant zum FC Sion übergehen, die zwar nur zwei Meisterschaften gewannen, dafür aber 12-mal im Pokalfinale standen und alle (!!!) gewann, davon eins (gegen Bern) als Zweitligist und von 1995 bis 1997 sogar dreimal in Folge. Zwei Jahre später stieg der Club allerdings ab und verstrickte sich fortan in finanzielle Schwierigkeiten. Im Jahr 2003 musste der Verein sogar zwangsversteigert werden, wurde in die 3. Liga strafversetzt, woraufhin der Club erfolgreich klagte mit der Folge, dass die 2. Liga aufgestockt wurde und der FC Sion mit drei Monaten Verspätung in den Spielbetrieb einstieg. Drei Jahre später kehrten sie in die höchste Spielklasse zurück. Vor drei Jahren gab es dann noch mal richtig Ärger, als die FIFA dem Verein untersagte auf dem Transfermarkt tätigen zu werden. Sie wurden es doch, warfen in der UEFA-Cup-Quali Celtic aus dem Wettbewerb, allerdings annullierte die FIFA die Wertung und drohte gleich dem ganzen Schweizer Fußballverband mit Ausschluss für den Fall dass der FC Sion nicht kuschen würde. Der Verband bestrafte den Verein mit einem Abzug von 36 Punkten, da sich aber Xamax Neuchatel aus der Liga „zurückzog“ wurde der FC Sion nur Vorletzter, setzte sich im Relegationsspiel gegen Luzern durch und sicherte sich damit den Klassenerhalt. Der gemeine Schweizer verdreht daher genervt die Augen wenn man ihn auf den FC Sion anspricht. Ich dagegen mag den FC Sion irgendwie. Soweit zur Vergangenheit und in der Gegenwart sitzt ein gewisser Markus Babbel auf der Trainerbank beim FCL. Es lief auch nicht gerade gut für ihn, trotz anfänglicher Überlegenheit ließen sich die Hausherren irgendwie einlullen und lagen zur nach der Halbzeit schon mit 0:2 hinten, sogar noch bis zur 89. Minute, aber innerhalb von nur zwei Minuten glichen sie noch aus. Stimmung war übrigens auch gar nicht mal schlecht. Der Heimblock fackelte ganz ordentlich, während der eher dünn besetzte Gästeblock mit viel TriTraTrallala die 90 (plus vier) Minuten überbrückte. Bis auf den Eintrittspreis war das in Summe ein ganz stimmige Veranstaltung.

 
 

Tageskilometer:                             

Saisonkilometer:                    

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