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1. Bundesliga, Saison 09/10, 12.12.2009

 

SV Werder Bremen – FC Schalke 04

0:2

Bremen, Weserstadion (37.000 Zuschauer, ausverkauft)

 

Auf flotten Reifen kämpften wir uns nach dem dramatischen Abstiegsduell in Emstekerfeld auf der A1 Richtung Bremen zurück. Der Plan, noch vor der weiträumigen Sperrung in Stadionnähe zu gelangen scheiterte zwar, aber resolutes Auftreten und eine Parkplatzwächterin die aufgrund der Vorweihnachtszeit beide Augen zudrückte, bescherten unserem Transportmittel einen herausragenden Parkplatz. Mit Sport und Musik aus dem Radio sowie einer wohligen Wärme aus den Heizdüsen vertrieben wir uns anschließend die Zeit, ehe wir die letzten paar Meter zum Gästeeingang schlichen. Obwohl der Andrang dort eher überschaubar war, zog sich die Prozedur dank ausgeklügeltem Durchlasssystem ewig hin. Die Ordner verrichteten ihren Job mehr als pflichtbewusst und als wir diese letzte Hürde passiert hatten, standen wir in dem Provisorium der Westkurve. Zukünftig (und auch schon gegenwärtig) soll diese bis direkt an das  Spielfeld heranreichen und den dortigen Zusehern auch ein Dach über dem Kopf (gegenwärtig Fehlanzeige) bieten. An diesem Abend war auch zum ersten Mal das zweite Provisorium namens Oberrang offen, wobei die dort verkauften Karten die Besitzer satte 50 Euro kosteten (übrigens selbstverständlich auch ohne Dach).

Die Blauen hatten gegen die Spitzenteams bzw. die an der Tabellenspitze positionierten Teams noch nicht verloren, aber halt auch noch nicht gewonnen (den Sieg gegen die Doofen zähle ich mal nicht, da er nicht in o. g. Kategorie passt). In der letzten Saison gab es hier ein prognostiziertes 1:1 und so war zumindest für den Tastenknaller klar, wie sich das Match heute gestalten sollte. Die grün-weiß-orange Werderkurve präsentierte zu Spielbeginn eine kleine Choreographie, die aber nicht so pralle war. Akustisch war sie im weiteren Spielverlauf auch kaum zu vernehmen. Im Gästeblock kam die Stimmung zwar auch erst langsam in Gang, steigerte sich aber stetig. Das ansehnliche Spiel war in der ersten Halbzeit ausgeglichen mit einem kleinen optischen Übergewicht für das Heimteam. Die Halbzeitpause nutzte ich zum „Glühwein“ nippen um die Kälte ein wenig aus den Klamotten zu schütteln, zu einem Schwätzchen mit Matthias der von Bahrain – Neuseeland und umgekehrt zu berichten wußte und zu einem strategischen Positionswechsel, der Gesundheit zuliebe. Das alles zusammen dauerte anstatt der zur Verfügung stehenden 15 Minuten leider zwei Minuten länger. Bei Kevins Führungstreffer standen wir gerade auf der Treppe, aber die plötzlich in den Himmel ragenden Arme in Verbindung mit erlösendem Gebrüll linderten den Schmerz ob des verpassten Tores. In der letzten Saison hätten wir eine 1:0-Führung noch aus der Hand gegeben, aber in dieser Spielzeit ist so eine Führung mehr als die halbe Miete. Werder versuchte das Blatt noch wenden, blieb aber ständig an den großartigen Defensivartisten hängen. Vorne ackerte derweil Kuranyi wie ein Wilder und selbst die gelbe Karte stoppte ihn nicht in seinem Tun. In der 70. Min. umspielte er seinen härtesten Widersacher wie im Training, legte auf den gerade eingewechselten Moravek ab und der kleine Tscheche versenkte den Ball mit Hilfe eines Bremer Beins im vor dem sogenannten Gästeblock befindlichen Gehäuse . Der Ball war gefühlte 30 Sekunden in der Luft, so dass sich jeder Anhänger königsblauweißer Fußballkünste zum Jubeln noch mal fein machen konnte. Danach kegelten die Feingemachten wild durch den Block und trotz der noch verbleibenden Restspielzeit (immerhin noch rund 20 Minuten) war klar, dass der Sieg unser war. 

Tore: 0:1 (47. Min.) Kuranyi, 0:2 (70. Min.) Moravek

 
 
 

Tageskilometer:                      450 km mit dem KFZ von Cloppenburg über Bremen zurück nach Berlin

Saisonkilometer:               29.818 km KFZ (3.196 km Flug, 15.672 km Bahn, 10.950 km KFZ)

zum Vergleich 08/09: 59.549 km: (16.833 km Flugzeug, 30.001 km Bahn, 12.355 KFZ, 360 km Bus)

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