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Regionalliga West, Saison 08/09, 22.08.2008

 

   

Rot-Weiss Essen - FC Schalke 04 II

4:0

Essen, Georg-Melches-Stadion (11.306 Zuschauer)

 

„Freitagabends mit der Zweiten in Essen“ klang eigentlich ganz verlockend und so führte der Weg nach Bremen eben über Essen, einer mir nicht ganz unbekannten Stadt. Aber was erwartet man von einem Kick bei einem Viertligisten, dessen Anhänger vor 14 Tagen noch mit den Pissgelben den Tag an dem der kleine sympathische Arbeiterverein aus Gelsenkirchen starb herbei sangen (zwei Fanszenen deren Vereine eh pleite gehören). Nix natürlich.

Viele Worte muss man daher zu diesem Spiel auch nicht verlieren, denn neben Regen und vier Gegentoren gab es nicht viel Berichtenswertes. Wenn man objektiv wäre, könnte man von einer ganz ordentlichen Stimmung sprechen, für die Leistungen im Gästeblock ist dagegen der metaphorische Begriff der toten Hosen treffender. Viele „junge“ Blaue blieben aus bekannten (und verständlichen Gründen) dem Spiel fern und einige „Alte“ versammelten sich woanders im Stadion. Ansonsten gab es fast keine Vorkommnisse.

Tore: 1:0  (20. Min.) Kühne, 2:0 (50. Min.) Kurth, 3:0 (65. Min.) Mainka, 4:0 (89. Min.) Mölders

 
 

Stadion:

Seit über 100 Jahren spielt Rot-Weiss Essen an der Hafenstraße, die damals noch Phönixstraße hieß. Nach dem ersten Weltkrieg wurde aus dem Sportplatz langsam mittels kostenloser Arbeitskräfte und Baumaterial aus den nahe liegenden Hoeschwerken ein Stadion. Richtig fertig wurde RWE aber erst 1939, als es mit 25.000 Stehplätzen und einer kleinen Holztribüne den Zuschauern Gauliga-Fußball geboten wurde. Ein paar Jahre später lag das Stadion wieder in Schutt und Asche und Klubpatriarch Georg Melches organisierte nach dem Ende des zweiten Weltkrieges freiwillige und kostenlose Arbeitskräfte um das Stadion schnellstmöglich wieder aufzubauen.

1955 wurde die Südtribüne (4.400 Sitzplätze) fertig gestellt und direkt hinter die nach dem Krieg nur notdürftig wieder hergerichtete Holztribüne gesetzt. Allerdings vergaßen die Bauherren diese von der Rückseite begehbar zu machen und so müssen die Zuschauer auch heute noch die Plätze vorne einnehmen. 1956 sahen 50.000 Zuschauer hier ein 5:5 gegen Honved Budapest und im gleichen Jahr wurde zum Spiel gegen Racing Straßburg die erste Flutlichtanlage Deutschlands eingeweiht.

Finanziell endete der Ausbau für den Verein in einem Desaster,  doch dessen ungeachtet wollte Georg Melches das Stadion noch weiter auf eine Kapazität von 60.000 Zuschauer mit Hilfe der Stadt ausbauen. Diese lehnte jedoch ab und musste die Sportstätte im Jahre 1975 sogar übernehmen. Vier Jahre später wurde erst eine neue Flutlichtanlage installiert und 1983 die Osttribüne ausgebaut um danach alles verrotten zu lassen.

 
 

Tageskilometer:                 485 km mit der Bahn von Berlin nach Essen

Saisonkilometer:          16.640 km: 5.350 km Flugzeug, 10.714 km Bahn, 476 km KFZ, 100 km Bus

zum Vergleich 07/08: 63.094 km: (34.822 km Flugzeug, 15.407 km KFZ, 10.895 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

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